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Geschichte der Pizza
* piz`za, N. (it) - Eine gebackene Teigspeise
mit italienischem Ursprung, welche eine dünne,
brotähnliche Kruste darstellt mit gewürzten,
pürierten Tomaten, Käse und oft mit anderen
Belägen wie Salami oder Oliven. Ethymologisch gesehen
tauchte der Begriff picea oder piza das
erste Mal im Jahr 1000 im neapolitanischen Dialekt auf
und bedeutete etwa so viel wie "Druck, Ruck"
und bezog sich damit wohl auf die Handbewegung beim
Heben der Pizza aus dem Ofen.
Es wäre schön, wenn wir jetzt sagen könnten
Luigi Campagneri hat 1788 in seiner Backstube einen
kreisrunden Teig geformt, mit Tomaten, Käse und
Basilikum belegt und sie nach seinem Hund Pizza genannt.
Doch leider verhält es sich hier genauso, wie bei
vielen anderen großen Erfindungen auch:
Es kann kein einzelner Urheber festgemacht werden.
Man geht davon aus, daß Pizza in Italien, vor
allen Dingen in der Campagna-Region rund um Neapel,
für Jahrhunderte eine einfache Speise der Bauern
war. Die Ursprünge gehen zum einen auf die Etrusker
zurück, welche einen Teig neben den Steinen eines
Feuers backten und anschließend mit einer Vielzahl
von verschiedenen Beläge versahen. Aus dieser Art
des warmen, belegten Brotes entwickelte sich letztendlich
ein Speise, die uns heute als Focaccia bekannt ist.
Ein paar Jahrhunderte später sorgten die Griechen,
das werden Italiener sicher nicht gerne hören,
für den zweiten, großen Einfluß zur
"Erfindung" der Pizza: Diese gingen nämlich
einen Deut weiter als die Etrusker und belegten das
Brot nicht erst nachdem es gebacken wurde, sondern schon
zuvor. Zu guter Letzt bedienten sich die Römer
beider Vorläufer und schufen den ersten Pizza-Prototypen,
welcher sich durch ihre Eroberungszüge auf ganz
Italien verteilte und für einen weit gestreuten
Artenreichtum sorgte. Sogar Cato (234-149 vor Christi),
genau der griesgrämige "Ceterum censeo Carthaginem
delendam esse"- Typ, soll diese Ur-Pizza bekannt
gewesen sein, die er in einer Schrift als "flache
Teigrundungen mit Olivenöl, Gewürzen und Honig,
gebacken auf Stein" beschrieb.
So dümpelte die Vor-Pizza für einige Jahrhunderte
vor sich hin, ohne daß sich etwas nennenswertes
verändert hätte. Erst ab etwa 1520 zeichnete
sich eine einschneidende Veränderung ab: Die Tomate
wurde aus Südamerika kommend in Italien eingeführt.
Da man sie in Europa zunächst für giftig hielt,
war ihre Anhängerschaft zunächst recht übersichtlich.
In der Armut schaut man über soetwas hin und wieder
hinweg und so kam es, daß arme Menschen in der
Gegend um Neapel Tomaten auf ihren vormals trockenen
Teig legten. Im Gegensatz zum restlichen Europa, wo
die Tomate bis ins 18. Jahrhundert ihr Dasein als Zier-Pflanze
fristete, wurde die Teig-Tomatenspeise schnell zu einer
lokalen Spezialität.
Die erste Pizzeria eröffnete erst im Jahr 1830
in Neapel und wurde nach wie vor, mehr oder weniger,
als lokale "Marotte" betrachtet. Die erste
Auslieferung einer Pizza gab es im Jahr 1889 durch Raffaele
Esposito, dem Besitzer der Pizzeria Pietro il Pizzaiolo
in Neapel. Empfänger waren König Umberto I
und seine Gattin Königin Margherita, die begierig
war, diese lokale Speise kennenzulernen. Da es nicht
in Frage kam, in einer solch niedrigen Spelunke wie
Espositos zu dinieren, wurde er eben angehalten, etwas
in die königlichen Gemächer zu bringen. Esposito
backte drei verschiedene Pizzen, wovon die Pizza in
den Farben der Nationalflagge mit Tomate, Mozzarella
und Basilikum der guten, patriotischen Königin
Margherita am besten geschmeckt haben soll. Auch heute noch gilt
die Pizza Margherita, wie sie seit dem genannt wird,
zu den beliebtesten und meistbestellten Pizzen überhaupt.
In dieser Zeit brachten italienische Immigranten die
Pizza auch über den großen Teich nach Amerika.
Hier entwickelte sich bedingt durch das nicht Vorhandensein
von manchen Zutaten wie etwa Mozzarella und Oregano
eine neue Linie von Pizzen im italienischen Stil. Und
im Jahr 1943 kam dann die erste Pizza im Chicago-Style
zum Verkauf: Eine Interpretaion der italienischen Pizzen,
die in Pfannen zubereitet, von den (deftigen) Zutaten
her mehr auf den amerikanischen (Fast Food-) Geschmack
zugeschnitten war.
Das Jahr 1948 brachte der Menschheit den ersten Fertig-Pizza-Teig
und in den 50er und 60er Jahren gesellte sich die Pizza,
zumindest in den USA, zu den Standard Fast Food- Gerichten
wie Hot Dog, Burger und Apple Pie.
1957 ist besonders für Pizzatest ein wichtiges
Jahr in der Geschichte der Pizza: Die italo-amerikanischen
Celentano- Brüder brachten die tiefgefrorene Fertigpizza
auf den Markt, welche seitdem ihren weltweiten Siegeszug
in die Kühltruhen und
Gefrierschränke angetreten hat. Die Auswahl
wächst, vor allen Dingen in den letzten Jahren,
zusehendst. Denkt man etwa zwanzig Jahre zurück,
dann fanden sich in deutschen Supermarkt- Kühltruhen
gerade mal eine Pizza Margherita, eine Salami und vielleicht
noch eine Prociutto. Heute ist das Angebot so reichhaltig
und unübersichtlich, daß sich ein Dienst wie
Pizzatest lohnt.
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